Nanz Ried Zenneck & Partner

type your text for first image here

Nanz Ried Zenneck & Partner

Nanz Ried Zenneck & Partner

type your text for second image here

Nanz Ried Zenneck & Partner

Nanz Ried Zenneck & Partner

type your text for third image here

Nanz Ried Zenneck & Partner

Nanz Ried Zenneck & Partner

type your text for 4th image here

Nanz Ried Zenneck & Partner

Nanz Ried Zenneck & Partner

type your text for 5th image here

Nanz Ried Zenneck & Partner

Nanz Ried Zenneck & Partner

type your text for 6th image here

Nanz Ried Zenneck & Partner

Nanz Ried Zenneck & Partner

type your text for 7th image here

Nanz Ried Zenneck & Partner

Wirtschaftsmediation

Was ist Mediation?

Die Mediation ist ein Verfahren zur Auflösung einer Konfliktsituation. Sie hat zum Ziel, eine produktive Lösung gemeinschaftlich zu erarbeiten.

Der Mediator ist in diesem Fall zwar Rechtsanwalt, vertritt aber hier keine Interessen im herkömmlichen Sinn. Er ist dem Verfahren verpflichtet und allparteilich; das bedeutet, dass er die Interessen beider Klienten gleichermaßen im Blick behält.

 

Aufgabe des Mediators ist es auch nicht etwa, Lösungen vorzuschlagen. Durch das Verfahren wird schematisches Konfliktdenken aufgegeben, umfassend informiert und der Blick auf die Zukunft gerichtet. Dies gewährleistet, dass die Konfliktparteien auch die Problematik auf der anderen Seite betrachten können.
So kann eine optimale Wertschöpfung durch interessengerechte Bildung von zukunftsorientierten Optionen gelingen. Auf diese Weise ist es in vielen, auch unauflöslich scheinenden Konflikten möglich, eine Streitbeilegung zu erreichen, die die eigenen Interessen nachhaltig berücksichtigt und es so gewährleistet, dass Geschäftsbeziehungen nicht zwangsläufig abgebrochen werden müssen.

Mediation ist in einer Vielzahl von rechtlichen Auseinandersetzungen ein effizientes Angebot neben der herkömmlich streitigen Auseinandersetzung mit Rechtsanwälten vor Gericht.

Mehr Information auch unter:   

www.mediationszentrale-muenchen.de
www.bmev.de

Wie verläuft eine Mediation?

Es gibt fünf Phasen:

  1. Arbeitsbündnis (hier wird vereinbart, wie das Verfahren gestaltet wird und welche  Regeln gelten),
  2. Bestandsaufnahme der Themenbereiche (Darlegung der einzelnen Positionen jeder Partei und Erarbeitung der Problemkreise),
  3. Konfliktbearbeitung (Information, Ursachenforschung, Bedürfnis- und Interessenerforschung),
  4. Einigung (Optionenbildung, Evaluierung, Abwägung, Prüfung – auch im Verhältnis zu der vorgestellten Rechtslage),
  5. Ergebnis (Implementierung der Einigung ggf. durch Vertragsgestaltung).


In der Regel läuft ein Mediationsverfahren also über mindestens vier Sitzungen, die je eine bis vier Stunden dauern. Die Anzahl der benötigten Sitzungen hängt vom Einzelfall ab. Die Phase V muss nicht zwingend im Rahmen der Mediation stattfinden.


Gibt es eine gesetzliche Regelung zu diesem Verfahren?

Mit dem Gesetz zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktbeilegung vom 21. Juli 2012 hat die Bundesrepublik Deutschland die entsprechende EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt.

Aber auch in der Zivilprozessordnung (ZPO) wurde die Mediation aufgenommen.

Vorgeschrieben ist jetzt allgemein, dass in Klage- und Antragsschriften dargelegt wird, ob u.a. eine Mediation vorausgegangen ist und, ob dieser Gründe entgegenstehen (§ 253 III Nr. 1 ZPO). Das Gericht kann u.a. eine Mediation vorschlagen (§ 278 a ZPO).



Welche Fälle eignen sich für die Mediation?

In der Wirtschaftsmediation kann der Blick auf die zukünftige Entwicklung etwa verhindern, dass langjährige Geschäftsbeziehungen abgebrochen werden, und die ergebnisoffene Bildung von Optionen kann kreative Lösungen schaffen, durch die alle Konfliktparteien Vorteile erlangen. Bei Gründung, Umwandlung und Auseinandersetzung von Gesellschaften kann der in der Mediation gewonnene Perspektivenwechsel und die dort erforschten jeweiligen Interessenlagen zu Ergebnissen führen, die nicht zuletzt aufgrund des Konsenses große Nachhaltigkeit aufweisen.

Daneben kann die Durchführung eines Mediationsverfahrens zu erstaunlich schnellen und sachgerechten Ergebnissen führen bei Konflikten aus dem Bereich des Arztrechts (Arzthaftung, Auseinandersetzung über Abrechnungen), des Erbrechts (Auseinandersetzungen von Erbengemeinschaften) und des Strafrechts (Entschädigung des Opfers und Vergebung) sowie innerhalb von Unternehmen oder Organisationen.

Nicht zuletzt in Fällen internationaler Konflikte kann die Mediation besondere Lösungen hervorbringen. Hier ist von großem Vorteil, wenn der Mediator die jeweiligen kulturellen Facetten aus eigener Erfahrung erkennen kann, möglichst selbst interkulturelle Hintergründe oder profunde Auslandserfahrung besitzt.

Gerade in der Wirtschaftsmediation sind hier effiziente Problemlösungen zu verzeichnen, weil die Justiz die rechtliche Problematik des Einzelfalls zwar beleuchtet,  aber schon grundsätzlich nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die ja gerade für die unternehmerischen Belange wichtig sind.    

Aber nicht alle Fälle eignen sich für das Mediationsverfahren! Es gibt z.B. Konflikte, bei denen der Kern ein Streit über die Auslegung oder Wirksamkeit einer Vertragsklausel ist. Hier kann die Justiz einfach helfen, denn die Parteien wollen in der Regel eine Entscheidung „von oben“ und betrachten eine solche Auseinandersetzung meist „sportlich“. Auch gibt es Fälle, die lediglich auf die reine Titulierung eines Anspruchs abzielen. Hier bietet sich die Mediation in der Regel nicht an.


Worin liegt der Vorteil der Mediation gegenüber dem streitigen Gerichtsverfahren?

Die Mediation ist ein Instrument, das es erlaubt, die Spielräume, welche uns das Recht gibt, selbst zu nutzen; denn bis auf wenige Ausnahmen ist unser geltendes Recht dispositiv, d.h. offen für alternative Individualvereinbarungen, die von der Rechtslage abweichen; weil was für alle zu passen hat, entspricht oftmals nicht dem Willen der Vertragspartner im Einzelfall.

Innerhalb der Mediation wird zwar auch die Rechtslage beleuchtet. Je nach Interessen- und Bedürfnislage kann jedoch eine kreative und maßgeschneiderte Lösung erarbeitet werden, die davon abweicht.

Mediation bedeutet also auch, dass der Mensch bzw. das Unternehmen noch im Konflikt selbst sein Geschick in der Hand behält. Wird der Weg einer gerichtlichen Auseinandersetzung gewählt, wird die Entscheidung abgegeben an das Gericht. Das Gericht hat die Aufgabe, die unbestrittenen oder beweisbaren Sachverhalte in Tatbestände zu subsumieren und eine Entscheidung nach den dort festgeschriebenen Rechtsfolgen zu treffen.

Kurz gesagt: Im streitigen Gerichtsverfahren ist der Blick auf das Vergangene gerichtet und kann die Bedürfnisse der Parteien im Allgemeinen nicht zur Grundlage seiner Entscheidung machen. In der Mediation ist der Fokus auf das Zukünftige gerichtet, auf die Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen. Die Lösung basiert also auf eigenen, nicht auf fremden Erwägungen.


Welche Kosten sind mit einer Mediation verbunden?

Das Stundenhonorar beläuft sich auf 250.- Euro zzgl. 19% Umsatzsteuer. Besteht der Auftrag nach einer erfolgreichen Mediation auch in der Erarbeitung eines dem Ergebnis entsprechenden Vertrags, fällt eine Gebühr nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (§§ 2, 13 RVG i.V.m. Nr. 1000 VV RVG) an, die abhängig ist von dem jeweiligen Gegenstandswert.


Welche Risiken sind mit einer Mediation verbunden?

Die Mediation kann ohne allseitige Informiertheit nicht gelingen. Daher steht der Mediator im Falle einer doch streitigen Auseinandersetzung weder einer Partei als Anwalt noch als Zeuge zur Verfügung. Die im Mediationsverfahren gewonnenen Informationen dürfen nach Möglichkeit ohnehin nicht in einem streitigen Verfahren gegen die andere Partei verwendet werden (§ 4 MediationsG).

Da das Mediationsverfahren jederzeit beendet werden kann und jederzeit alternative Verfahren in Anspruch genommen werden können, sind Nachteile im Sinne einer Sperrwirkung damit nicht verbunden.


Gibt es Alternativen zur Mediation?

Alternativ zu Gerichtsverfahren, schiedsgerichtlichen Verfahren bzw. Schlichtungsverfahren (wenn vereinbart oder gesetzlich vorgeschrieben) gibt es neben der Mediation auch eine aus dieser heraus entwickelte Methode der Lösung von Konflikten: Cooperative Praxis (CP). Hier verhandeln spezialisierte CP-Anwälte, meist Mediatoren, miteinander,vertreten dabei die Interessen ihres jeweiligen Mandanten, verpflichten sich aber zur Einhaltung bestimmter Regeln.

Was ist Cooperative Praxis (engl.: collaborative practice)?

Hier tritt jede Streitpartei mit dem jeweils eigenen Rechtsanwalt auf, der im Gegensatz zum Mediator die Interessen seines Mandanten bzw. seiner Mandantin vertritt. Die Besonderheit in diesem Verfahren ist grundsätzlich, dass beide Anwälte, die eine Ausbildung in kooperativer Praxis besitzen und sich deren Regeln verpflichtet haben, das Verfahren zielorientiert leiten. Im Vorfeld wird zur Sicherstellung nicht zuletzt des geschützten Raums, in welchem die Parteien und Anwälte die konstruktive Konfliktauflösung anstreben, eine Vereinbarung geschlossen, die es den Anwälten verbietet, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen die Mandanten auch vor Gericht zu vertreten. Auch hier stehen die Anwälte in einem gerichtlichen Verfahren als Zeugen für das, was in den Verhandlungen gesagt oder geschrieben worden ist, nicht zur Verfügung.

Eine weitere Besonderheit ist, dass zu diesen Verhandlungen weitere Berufsträger als Experten für bestimmte Fachgebiete eingebunden werden können. Dies können z.B. Finanzexperten, Architekten, Bauunternehmer oder sonstige Sachverständige sein, welche im Falle des Scheiterns der Verhandlungen auch nicht als Zeugen in einem Gerichtsverfahren zur Verfügung stehen würden; es sei denn, dies wäre aus Kostengründen ausdrücklich vorher so vereinbart.

Während des laufenden Verfahrens verpflichten sich die Beteiligten zu einem offenen und zielorientierten Austausch und dazu, keine wesentlichen Änderungen von Zuständen, die das Verfahren betreffen, vorzunehmen. Auch dürfen keine gerichtlichen Maßnahmen die Verhandlungsgegenstände betreffend im laufenden CP-Verfahren ergriffen werden. Daneben vereinbaren die Beteiligten, dass die Verjährung von Forderungen, die Gegenstand der Verhandlung sind, solange gehemmt ist. Die CP-Verhandlungen können aber jederzeit abgebrochen werden.

Denkbar ist es in bestimmten Fällen, dass die CP-Anwälte auch ohne die Mandanten (weiter)verhandeln. Umgekehrt können aber, je nach Bedürfnis, z.B. acht Personen am Verhandlungstisch sitzen.